bücher

Zwischen Schreibtisch und Straßenschlacht? Anarchismus und libertäre Presse in Ost- und Westdeutschland

autor: 
Drücke, Bernd
text: 

Die seit 1968 in der Bundesrepublik und von 1986 bis zur Auflösung am 3. Oktober 1990 in der DDR herausgebrachten neolibertären Zeitschriften haben mehr zu den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Umbrüchen in der Bundesrepublik und der DDR beigetragen, als das heute der Allgemeinheit bekannt ist bzw. von ihr wahrgenommen wird", so eine von dem Soziologen Bernd Drücke belegte These. Jahrelang hat er die Entwicklung von 21 libertären DDR-Untergrundblättern und 475 libertären Zeitschriften aus der Bundesrepublik nachgezeichnet und analysiert, um so die Geschichte der neuen anarchistischen Bewegungen und ihrer "schwarz-roten Sternschnuppen" zugänglich zu machen und für die Nachwelt zu erhalten.

Zwangsfreiheiten. Zwangsfreiheiten Multikulturalität und Feminismus

autor: 
Sauer, Birgit/Strasser, Sabine (Hg.)
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Zwangsehe, Ehrenmord, Genitalbeschneidung, Importbräute, Frauenhandel oder Kopftuchzwang sind zentrale Begriffe in emotionalen und kontroversiellen Debatten um Geschlechteregalität in multikulturellen Gesellschaften. Einige Feministinnen warnen vor den negativen Auswirkungen des Multikulturalismus auf Frauen und Mädchen, wenn Kultur zur Legitimierung von Gewalt oder Unterordnung von Frauen herangezogen wird. Mit diesen Themen befasste Nichtregierungsorganisationen (NGOs) kritisieren, dass Frauen und Mädchen im Namen der Kultur im Stich gelassen werden und durch fehlende Interventionen familiärer oder kulturell legitimierter Gewalt ausgeliefert sind.

Zeitgenössisches Potpourri

autor: 
Editionskollektiv Mezzanin
text: 

Zählappell. Als Arzt im Konzentrationslager

autor: 
Ladislaus Szücs
text: 

Im 82. Lebensjahr, 1991, begann Ladislaus Szücs, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Siebenbürgen, seine Erlebnisse in deutschen Konzentrationslagern niederzuschreiben; im November 1993 schloß er das Manuskript ab. Der Autor unterzog sich in hohem Alter dieser quälenden Aufgabe vornehmlich aus zwei Motiven: um sich von der Last der Erinnerung zu befreien und um die Geschichte der Unschuldigen und Schuldigen nicht mit ins Grab zu nehmen.
Sein Buch wurde zum Requiem vieler Schicksale, jüdischer und nichtjüdischer. Was es aber über das rein Dokumentarische erhebt, ist der Ausdruck genuinen Erzähltalents, das lakonisch, stets mit erzählerischer Eigenart und mit einem noch im Grauen nicht versiegenden Humor die am eigenen Leib erlebte Zeitgeschichte vergegenwärtigt. Das Buch ist groß als Darstellung der inneren Geschichte, der Seelenzustände. Und es lehrt uns, »wie man überlebt, ohne schuldig zu werden und seine Seele zu verlieren«.
Der Herausgeber, Dr. Ernst-Jürgen Dreyer, hat den Erzähler, dessen Schulsprache das Ungarische ist, zur Niederschrift auf Deutsch ermuntert und das Manuskript schonend von sprachlichen Unsicherheiten befreit. Der Erzählduktus, die zuweilen altväterische Patina und der siebenbürgische Spracheinschlag blieben unangetastet.

Wo bitte gehts zu Gott?, fragte das kleine Ferkel: Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen

autor: 
Michael Schmidt-Salomon / Helge Nyncke
text: 

Das kleine Ferkel und der kleine Igel hatten immer geglaubt, es könnte ihnen gar nicht besser gehen. Doch dann
entdeckten sie ein Plakat, auf dem geschrieben stand: „Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!“ Also machten
sie sich auf den Weg, um Gott zu suchen…

Wir wollen Alles!

autor: 
Balestrini, Nanni
text: 

Der Roman »Wir wollen alles« erzählt die Geschichte eines jungen italienischen Arbeiters aus dem Süden, der in den sechziger Jahren in den Norden geht, um zu arbeiten. Die Arbeit in den Turiner Fabriken kotzt ihn an, genauso wie die Maloche in den Klitschen seines Heimatdorfes. Er fängt überall Krach an, schmeißt einen Job nach dem anderen. Schließlich landet er bei FIAT. Hier tritt er in Kontakt zu linken Arbeiter- und Studentengruppen, die Treffen veranstalten, Flugblätter verteilen und Streiks unabhängig von der Gewerkschaft organisieren. FIAT wird 1969 zum Zentrum des Arbeiterwiderstandes gegen die Arbeit.
Der Roman von Nanni Balestrini wurde mitten in einem Kampfzyklus geschrieben, zwischen dem »heißen Herbst« und der Fabrikbesetzung bei FIAT. Mit ihm hat er den Kämpfen der italienischen Massenarbeiter ein literarisches Denkmal gesetzt.

Wir sind die Guten - Antisemitismus in der radikalen Linken

autor: 
Willi Bischof, Irit Neidhardt
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"Die Beiträge zeigen, dass Kritik an der Politik Israels erlaubt und notwendig sein muss, dass diese aber mit den historischen Begebenheiten insbesondere für deutsche/österreichische Linke abgeglichen werden muss. Insgesamt ein wertvoller Beitrag und Arbeitsauftrag für die radikale Linke."
hobo, TATblatt (Auszug)

Wir lieben, wen wir wollen: Selbsthilfe für lesbische, schwule und bisexuelle Jugendliche

autor: 
Ellen Bass, Kate Kaufman
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Dieser Ratgeber bietet lesbischen, schwulen und bisexuellen Jugendlichen praktische Unterstützung und hilft ebenso ihren Verbündeten. Authentische Berichte von Jugendlichen, die von ihrem Glück und ihrem Schmerz, ihren Hoffnungen und Ängsten, den Hürden, die sie überwunden haben und den Möglichkeiten, die sie für sich entdeckt haben, erzählen, ergänzen die informativen und praktischen Ratschläge von Ellen Bass und Kate Kaufman. Häufig auftretende Fragen um Coming-out, Beziehungen und Sex, Familie und Schule beantworten die Autorinnen klar, einfühlsam und ermutigend. Eltern, PädagogInnen und kirchliche JugendarbeiterInnen werden in einzelnen Kapiteln besonders beraten. Ein Buch, das homosexuellen Jugendlichen dabei hilft, sich selbst anzunehmen und die Anerkennung anderer einzufordern.

Wilde Frauen, fremde Welten. Kolonisierungsgeschichten aus Amerika.

autor: 
Schülting, Sabine
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Amazonen, Nymphen und Kannibalinnen, Figuren wie Pocahontas oder Maliche, "jungfräuliche" Länder und lüsterne fremde Frauen bevölkern die Berichte europäischer Amerikareisender der Frühen Neuzeit. In diesen Geschichten, die sich die "Alte Welt" über die "Neue" erzählt, erscheint die Kolonisierung als "naturhafte" Begegnung zwischen den Geschlechtern, zwischen männlichem Reisenden und feminisierter Fremde. Diese kulturwissenschaftliche Studie versteht sich weniger als eine archäologische Suche nach historischer Wahrheit denn als eine Lektüre der europäischen Geschichten über die "wilden Frauen" und "fremden Welten" im Spannungsfeld von Ökonomie und Politik, von Raum- und Körperkonzeptionen, von geschlechtlicher und kultureller Differenz.

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