Feminismen / Queer / Gender Studies / Sexualität

female hiphop - Realness, Roots und Rap Models

autor: 
Anjela Schischmanjan / Michaela Wuensch (Hg.)
text: 

HipHop gilt als von Männern dominierter Musikstil, in dem Frauen nur als ›Dekoration‹ in Musikvideos oder als »Bitches« in den Texten vorkommen. Doch von Anfang an haben sich Frauen immer wieder in die Bewegung eingebracht und das sexistische Image von HipHop zurechtgerückt. Nicht nur gegen Rassismus, sondern gegen jegliche Diskriminierung, lautet ihre Devise.

»Female HipHop« stellt Soul-Diven, weibliche MCs und Produzentinnen vor, die im HipHop neue Trends gesetzt haben. Der Sammelband bietet eine umfangreiche Geschichte der wichtigsten Frauen im HipHop, thematisiert allerdings auch die Problematik von Macho-Rollen und Sexismus – Auswüchse, gegen die sich die Musikerinnen immer wieder zur Wehr setzen müssen. Emanzipatorische Entwicklungen wie Homo-Hop werden reaktionären Phänomenen wie deutschem Porno-Rap, Nazi-Rap und sexistischen Videoclips gegenübergestellt.

Als erster deutschsprachiger Sammelband zum Thema kommen in »Female HipHop« Künstlerinnen wie Piranha und Sookee selbst zu Wort. Initiativen wie »female hip-hop.net« und »Mädchen feiern Sprechgesang« stellen sich vor. Essays von Diedrich Diederichsen, Inez Templeton, Gwendolyn D. Pough, Tim Stüttgen, Kimiko Leibniz und anderen beleuchten das Thema historisch, aber auch mit dem Blick darauf, was im HipHop derzeit geht.

testcard #8 - Beiträge zur Popgeschichte

autor: 
testcard
text: 

Die halbjährliche erscheinende testcard bietet jeweils neue Schwerpunkte mit ihren Artikeln zur Popgeschichte. Nicht der Mainstream ist für die Berichterstattung in testcard ausschlaggebend, sondern die innovativen und unterschiedlichen Ansätze rund um Musik, Film und zeitgenössische Kunst. Die achte testcard erschien bereits 2000, ist aber deswegen nicht weniger aktuell. Sie ist als Gender-Ausgabe des Popmagazins Frauen und dem Geschlechterverhältnis im Musikgeschäft gewidmet. Diese Ausgabe steht deshalb nur beispielgebend für eine ausgezeichnete Reihe, die im deutschen Sprachraum konkurrenzlos ist. Wer hier nicht fündig wird, hat nicht genau geschaut.

Queer Theory

autor: 
Annamarie Jagose
text: 

Seit den achtziger Jahren hat das englische Wort queer weltweit Karriere gemacht. Mittlerweile ist queer aus der politischen Diskussion und Praxis ebensowenig wegzudenken wie aus Kultur und Medien. Kenntnisse von Queer Theory und den damit verbundenen Begriffen werden stillschweigend vorausgesetzt.

Aber gibt es denn "die" Queer Theory - im Sinne einer einheitlichen Theorie - überhaupt? Und worin besteht z.B. der Unterschied zwischen sex und gender, biologischem und sozialem Geschlecht? Was meint Judith Butler, wenn sie schreibt, sexuelle Identität werde performativ konstruiert? Und wie wird diese Position von VertreterInnen eines essentialistischen Ansatzes kritisiert?

Der vorliegende Band trägt dem Bedürfnis nach einer knappen und leicht verständlichen Einführung in Queer Theory Rechnung und gilt in Australien, Neuseeland und den USA seit seinem Erscheinen als Standardwerk. Die deutsche Ausgabe wird ergänzt um die jüngsten Entwicklungen auf diesem Gebiet und geht ausführlich auf die Rezeption und Diskussion von Queer Theory in Europa ein.

Gender Theory

autor: 
Riki Wilchins
text: 

Was beinhaltet die vor allem auch in der queeren Szene so viel diskutierte Gender-Theorie? Wer hat die Grundsteine für die Theorie gelegt? Was sind die philosophischen Eckpfeiler?
Gender-Aktivistin Riki Wilchins gelang mit diesem Buch eine auch für Neulinge auf diesem Wissensgebiet verständliche Einführung in den Themenkomplex Gender. Anhand eigener Erfahrungen und konkreter Beispiele aus der Praxis erklärt sie die Gedanken von Philosophen wie Michel Foucault und Judith Butler. Darüber hinaus zeigt sie, wie bereits jetzt schon eine neue Generation die Gender-Theorien für ihr eigenes, individuelles Weltbild frei von überkommenen Geschlechterrollen für sich nutzt. Das Buch dient auch als Anregung dafür, seine eigene Geschlechtsidentität zu überdenken und zu hinterfragen.

Vagina Monologe

autor: 
Eve Ensler
text: 

Die Autorin hat aus rund 200 Interviews mit verschiedenen Frauen die Monologe zusammengestellt. So reichen die Beschreibungen dann von einer Vergewaltigung in Bosnien über die ersten sexuellen Erfahrungen einer 13-jährigen bis hin zu Erzählungen einer über 70 Jahre alten Frau. Die einzelnen Interviews regen manchmal zum Nachdenken an, sind mal erschreckend kalt, kommen in leisen Tönen daher oder zeigen viel Humor, sodass das Publikum zu lautem Lachen angeregt wird. Ensler nennt ihr Stück "eine anthropologische Untersuchung", die erotische Fantasien von Frauen, deren Leidenschaft und Begehren, aber auch Enttäuschung oder Mißbrauch / Gewalt einschließt. Für Eve Ensler ist Gewalt gegen Frauen ein zentrales Thema. Mit den Aufführungen wird weltweit Geld für Frauenprojekte und gegen Gewalt gesammelt. 1998 initiierte Eve Ensler den V(agina)-DAY als Aktionstag gegen Gewalt gegen Frauen ("victory over violence"), meist am 14. Februar, dem Datum des Valentinstages.

Risse im Patriarchat. Frauen in Afghanistan

autor: 
Judith Huber
text: 

Während des Krieges gegen die Taliban fand das Schicksal der afghanischen Frauen für kurze Zeit viel Beachtung in der westlichen Öffentlichkeit. Doch die Unterdrückung der afghanischen Frau begann nicht erst mit den Taliban, und auch der Kampf um die Emanzipation hat eine lange Geschichte. Dieses Buch erzählt die bewegte jüngere Geschichte Afghanistans aus der Sicht von Frauen, mit denen Judith Huber ausführliche Gespräche geführt hat. Im Zentrum stehen Sima Samar, Suraya Parlika und Mahbuba Hoquqmal, drei in der Öffentlichkeit aktive Frauen, deren Lebensgeschichten eng verknüpft sind mit den blutigen Wirren der letzten 25 Jahre. Alle drei haben schon lange vor der Vertreibung der Taliban mit viel Mut und List für die Besserstellung der afghanischen Frau gekämpft: unter dem prosowjetischen Regime, während der Herrschaft der sich bekämpfenden Mudschahedin, unter den Taliban. Heute sind zwei von ihnen zu höchsten Ämtern aufgestiegen, wo sie mit alten und neuen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Das Buch erzählt aber auch von zahlreichen anderen Frauen, die das heutige Gesicht und Geschick Afghanistans prägen ? abseits der großen Politik. Es erzählt von Krieg, Verzweiflung, Widerstand und von Arbeit und Alltag im größten Chaos.

Feministische Theorie

autor: 
Andrea Trumann
text: 

Diese kenntnisreiche und originelle Einführung vermittelt einen fundierten Überblick über die Geschichte der Neuen Frauenbewegung und die wichtigsten Themen, Debatten und Strömungen feministischer Theoriebildung der letzten drei Jahrzehnte. Das Buch spannt einen Bogen von den frühen Auseinandersetzungen im SDS über den Kampf gegen den § 218 bis zur Queer-Theorie.
Dabei erweist sich die Geschichte der Neuen Frauenbewegung als Prozess der Verinnerlichung des staatlichen Zwangs zur Bevölkerungspolitik unter dem Banner der Selbstbestimmung.
Die Autorin setzt sich mit der Kritischen Theorie und der Philosophie Michel Foucaults auseinander und nimmt zur bioethischen Debatte über Pränataldiagnostik, Eugenik und Reprodukionsmedizin Stellung.

Feministinnen in der Revolution

autor: 
Vera Bianchi
text: 

Die Gruppe Mujeres Libres (Freie Frauen) wurde kurz vor Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges gegründet, um sich zwei Zielen zu widmen: der sozialen Revolution und der Verbesserung der Situation der Frauen. In den drei Jahren ihres Bestehens waren mehr als 20.000 Mitglieder in mehr als 150 Ortsgruppen organisiert, sie gaben eine Zeitschrift heraus, leiteten Bildungs- und Ausbildungskurse für Frauen, organisierten Hilfsarbeiten für die Frontkämpfer und eigene Kolonnen von Frontkämpferinnen.


Differenzen zwischen Frauen - Zur Positionsbestimmung und Kritik des postmodernen Feminismus

autor: 
Jutta Sommerbauer
text: 

Differenzen zwischen Frauen: Seit dem Beginn der Neunziger Jahre ist die feministische Kritik an einer universal angenommenen »Schwesternschaft« auch im deutschsprachigen Raum populär geworden. Die neue Aufmerksamkeit, die vor allem von postmodern-feministischer Seite gegenüber den »multiplen weiblichen Identitäten« eingefordert wird, reiht sich ein in die Betonung von Verschiedenheit, Pluralität und des Lokalen – eine Entwicklung, die die Beschäftigung mit Geschlechterverhältnis und Gesellschaft in den Hintergrund hat treten lassen.
Es stellt sich daher die Frage, ob die Debatte um die Differenzen die feministische Kritik- und Handlungsfähigkeit wirklich erweitert hat. Kann der zerteilende Blick überhaupt noch emanzipatorische Perspektiven freilegen?
Jutta Sommerbauer diskutiert die unterschiedlichen Ansätze der »Differenzen-Theoretikerinnen« und zeigt, dass sie vor allem zu einem Beliebigwerden feministischer Theorie sowie einer Verwicklung in endlose Auseinandersetzungen um Identitäten geführt haben. Ausgehend von dieser Analyse entwickelt sie abschließend Vorschläge, wie feministische Theorie ihre gesellschaftskritische Orientierung wieder aufnehmen könnte.

AnarchaFeminismus - Auf den Spuren einer Utopie

autor: 
Silke Lohschelder
text: 

Wie kann eine Utopie aussehen, die sowohl radikal feministische Positionen vertritt, als auch im Anarchismus verwurzelt ist?
»›AnarchaFeminismus‹ bietet eine ausgezeichnete Einführung, bei der viele der offenen Fragen kein Mangel sein müssen – die Perspektive zielt auf Bewegung und auf das Führen notwendiger, differenzierter, nicht-reformistischer Auseinandersetzung, die ein Buch niemals ersetzen kann.«
Bettina Roß, literaturkritik.de

Der Anarchismus scheint aufgrund seiner Ablehnung jeglicher Herrschaft, feministische Forderungen überflüssig zu machen. Dennoch formulierten Anarchistinnen wie Emma Goldman oder die spanischen Mujeres Libres u.a. explizit feministische Forderungen, mit denen sie ihre Genossen konfrontierten. In den 70er Jahren entstand in den USA mit Peggy Kornegger eine ausdrücklich anarchafeministische Theorie, mit der die befreienden Elemente von Anarchismus und Feminismus zusammengefügt werden sollten.

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