(Anti-)Faschismus in Geschichte und Gegenwart

Zählappell. Als Arzt im Konzentrationslager

autor: 
Ladislaus Szücs
text: 

Im 82. Lebensjahr, 1991, begann Ladislaus Szücs, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Siebenbürgen, seine Erlebnisse in deutschen Konzentrationslagern niederzuschreiben; im November 1993 schloß er das Manuskript ab. Der Autor unterzog sich in hohem Alter dieser quälenden Aufgabe vornehmlich aus zwei Motiven: um sich von der Last der Erinnerung zu befreien und um die Geschichte der Unschuldigen und Schuldigen nicht mit ins Grab zu nehmen.
Sein Buch wurde zum Requiem vieler Schicksale, jüdischer und nichtjüdischer. Was es aber über das rein Dokumentarische erhebt, ist der Ausdruck genuinen Erzähltalents, das lakonisch, stets mit erzählerischer Eigenart und mit einem noch im Grauen nicht versiegenden Humor die am eigenen Leib erlebte Zeitgeschichte vergegenwärtigt. Das Buch ist groß als Darstellung der inneren Geschichte, der Seelenzustände. Und es lehrt uns, »wie man überlebt, ohne schuldig zu werden und seine Seele zu verlieren«.
Der Herausgeber, Dr. Ernst-Jürgen Dreyer, hat den Erzähler, dessen Schulsprache das Ungarische ist, zur Niederschrift auf Deutsch ermuntert und das Manuskript schonend von sprachlichen Unsicherheiten befreit. Der Erzählduktus, die zuweilen altväterische Patina und der siebenbürgische Spracheinschlag blieben unangetastet.

Völkische Frauenbewegung

autor: 
Johanna Gehmacher
text: 

Eine wichtige wissenschaftliche Aufarbeitung eines bisher negierten (verschleierten?) Aspektes an österreichischer und deutscher Frauengeschichte. Der Begriff "völkisch" und Frauenbewegung irritiert und erscheint uns aufs erste unvereinbar- auch in Zusammenhang mit der Alten Frauenbewegung. Doch die Autorin stellt sich diesen heiklen Fragen wie: Welche Rolle spielten Frauen in den deutschnationalen und nationalsozialistischen Parteien? Trugen sie zum Erfolg dieser Parteien bei? Wie sehr engagierten sie sich für die politischen Ziele dieser Parteien? Wie wichtig waren sie für die Verbindung des völkischdeutschnationalen Milieus der Zwischenkriegszeit mit der sich formierenden nationalsozialistischen Bewegung?

Volksgemeinschaft statt Kapitalismus?: Zur sozialen Demagogie der Neonazis

autor: 
Clemens / Gebhardt (Hg.)
text: 

Ob »Global dient dem Kapital – Sozial geht nur national« oder »Kapitalismus – Feind der Völker«, Neonazis gehen mit »antikapitalistischen« Parolen auf Stimmenfang. Dabei kopieren NPD und »Freie Kameradschaften« nicht nur in ihrer Agitation gegen die neoliberale Agenda 2010 linke Slogans, sondern ebenso bei der Kritik der Globalisierung. Erweitert wird dieses Spektrum durch die »Autonomen Nationalisten«, die sich als irritierende Imitation der rebellischen linken Jugendkultur geben. Gerade bei ihnen spielen »antikapitalistische« Parolen eine wichtige Rolle. Unterwürfige Mitläufer, die nach einem Führer schreien und gezielt gegen demokratische Kräfte vorgehen, inszenieren sich als Avantgarde einer völkischen Revolte gegen den »vaterlandlosen« High-Tech-Kapitalismus und recyceln die Propaganda des historischen Faschismus. Das Buch fragt nach Herkunft und Wirkung des völkischen »Antikapitalismus«, untersucht dessen soziale Demagogie und fragt nach erfolgversprechenden Gegenstrategien.

Streuzettel - Illegale Propaganda in Österreich von 1933-1938

autor: 
GEORG TIDL
text: 

Streuzettel sind das charakteristische und - neben gezielt eingesetzter Mundpropaganda - auch das einzige Massenkommunikationsmittel politischer Parteien in der Illegalität. Untersuchungen fehlten bisher mangels Materials. Streuzettel waren auf augenblickliche Wirkung berechnet, Besitz und Bewahren unter strenge Strafen gestellt.
Georg Tidls erste Arbeit zu diesem Thema setzte daher eine lange und zeitaufwändige Suche nach Zeugnissen voraus. Sie muß sich schließlich vor allem auf private, bisher unbekannte und unveröffentlichte Sammlungen stützen. Im ersten Teil werden Herstellung und Verbreitung der Streuzettel untersucht, auf Grund von Berichten und Anleitungen der jeweiligen Propagandaabteilungen, vor allem aber der Gerichts- und Polizeiakten. Die allgemeine Analyse der Inhalte bestätigt die auf den Augenblick, auf aktuelle Ereignisse zielende Wirkung von Bild und Text.
Materialbedingt beschränkt auf Zeugnisse aus dem Österreich der Zwischenkriegszeit ordnet der zweite Teil der Arbeit die Streuzettel zunächst nach Urhebern, den Parteien, d. h. der illegalen Sozialdemokratie und der Kommunisten sowie der illegalen Nationalsozialisten.
Die chronologische Übersicht läßt anhand der Inhalte im zweiten Teil der Untersuchung die Schwerpunkte der illegalen Politik der jeweiligen politischen Gruppierungen nachvollziehen. - Zeitgeschichte aus erster Hand.

Siegfrieds Köpfe

autor: 
Ferdinand Lacina
text: 

Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus an der Universität

Shoah

autor: 
Lanzmann, Claude
text: 

Buch zum Film ueber die Judenverfolgungen.

Schlachtfeld der Diktatoren - Osteuropa im Schatten von Hitler und Stalin

autor: 
Dietrich Beyrau
text: 

Nationalsozialismus und Stalinismus entfalteten ihre beispiellose zerstörerische Wirkung in weiten Teilen Europas. Die beiden Systeme unterschieden sich beträchtlich, kamen aus sehr verschiedenen Traditionen. Kennzeichen sowohl der nationalsozialistischen als auch der stalinistischen Diktatur war die systematische Entrechtung und Tötung ganzer Bevölkerungsgruppen. Welche Voraussetzungen, Formen und Wirkungen hatte der staatliche Terror? Dietrich Beyrau stellt Hitlers Vernichtungskrieg und Stalins Säuberungen in Ost- und Ostmitteleuropa einander gegenüber – in einem Raum also, der besonders stark unter den beiden terroristischen Regimen zu leiden hatte. Während die Nationalsozialisten genau planend und mit technischer Perfektion mordeten, ging die sowjetische Führung willkürlicher vor und nahm die Tötung der Opfer durch kriminelle Vernachlässigung bewusst in Kauf. Dietrich Beyrau entlastet niemanden und relativiert nichts: Sein Vergleich erklärt auf eindringliche Weise, was auf beiden Seiten geschehen ist.

Nacht die nicht enden will - Februarkämpfer 1934-1945

autor: 
Fritz Inkret
text: 

Mit 18 Jahren stand Fritz Inkret im Februar 1934 als Schutzbundmann an einer Murbrücke und kämpfte gegen den Ständestaat. Was ihm Kerker einbrachte. Einige Jahre später saß er wieder hinter Gittern – diesmal eingesperrt vom NS-Regime. Die Erzählung über die dramatischen Momente im Leben dieses Mannes stellen mehr dar als eine individuelle Biographie. Der Lebenslauf des Fritz Inkret zeigt exemplarisch auch die Bruchlinien und Verschiebungen, die jene Jahrzehnte der österreichischen Geschichte prägten.

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