Anarchistische Gefängniskritik – Oder warum wir lieber alle raus haben wollen, anstatt alle drinnen zu behalten ...

In der Druzba/ KAPU // mit Volxküche

Wenn es um das Wesen und die Existenz von Gefängnissen geht stellen KritikerInnen zwangsläufig immer wieder die selben Fragen. 'Was machen wir mit Vergewaltigern und Mördern? Wollt ihr, dass die alle frei herumlaufen? … und überhaupt: Was ist mit den Nazis?'

Von den Nazis mal abgesehen, finden wir dass ein 'Was WIR mit irgendjemanden machen' für uns eine typisch bürgerliche Sichtweise ist, die lediglich die Verhältnisse der bestehenden Gesellschaft reproduziert, und die Verwaltung von Menschen bedeutet. Weiter denken wir, dass eine befreite Gesellschaft mit dem System Gefängnis nicht vereinbar ist. Klar sind diese Kritikpunkte ernst zu nehmen. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass Knast eines von vielen Herrschaftsmitteln ist, die für uns zusammengehören, und auch nicht einzeln für sich weiter adaptiert werden können. Wir leben in gewalttätigen Gesellschaften. Soziale Konflikte werden sich aber niemals durch Isolation und Verwaltung lösen lassen. Und dass Knast 'Resozialisierung' bedeuten, was das auch immer heißen soll, ist der große Mythos der bürgerlichen Gesellschaft.

Wir wollen mit dieser Veranstaltung Raum zur Diskussion geben. Um sich mit der immer breiteren Vergesellschaftung von Überwachung und Gefängnis, und der Kritik mit der wir uns konfrontiert sehen wenn wir eine grundsätzliche Abschaffung von Gefängnissen thematisieren, auseinander zusetzen.

Wie können wir unsere FreundInnen, GefährtInnen und GenossInnen im Gefängnis unterstützen? Und was hat für uns Psychiatrie mit Knast zu tun? Welche Funktion haben Knäste und andere Zwangsanstalten überhaupt? Und warum eigentlich gegen Knast? Diese und weitere Fragen werden Thema des Abends sein.

Für eine Gesellschaft ohne Knäste!
ABC Wien

www.abc-wien.net

Eine Veranstaltung des Infoladen Treibsand und Anarchist Black Cross Wien