Jedes Jahr die gleiche Scheisse! Antinationale Demo zum WKR Ball. 28.01.2011, 17 Uhr, Praterstern

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Kurzaufruf der autonomen antifa [w] zur antinationalen Demo zum WKR-Ball 2011:

Jedes Jahr aufs Neue geht dieselbe Scheiße von vorne los. Angefangen vom WKR-Ball der rund zwanzig lokalen Burschenschaften des Wiener Korporationsrings (WKR), die ihr nationales Tanzbein schwingen werden, bis hin zum Zwang sich den kapitalistischen Zuständen unterzuordnen und sich für den Standort Österreich den Rücken krumm zu arbeiten.
Aber bleiben wir kurz beim WKR-Ball: Dieser findet auch am 28. Januar 2011 abermals in der Hofburg, einer der repräsentativsten Räumlichkeiten der Alpenrepublik, statt. Dort wird sich wie jedes Jahr die Creme de la Creme der österreichischen wie auch europäischen Rechten zusammenfinden, um ihre „national-freiheitliche“, völkisch-deutschnationale bis offen rechtsextreme Gesinnung abzufeiern. Dieses Jahr wollen wir die Gesamtscheiße der österreichischen Normalitäten, die sich ebenso wie dieses Event jedes Jahr von neuem wiederholen, ins Visier unserer Kritik nehmen.

Schöne gute Neujahrs-Vorsätze…
… doch auch diese werden an den Zwängen der kapitalistischen Normalität nichts ändern. Denn mit oder ohne Neujahrsvorsätze muss sich jede*r weiterhin der kapitalistischen Verwertungslogik und den nationalen Standortbedingungen unterordnen. Für die einen geht es schlechter, für die anderen weniger schlecht aus. Dies gilt vor allem für Personen mit migrantischem Hintergrund oder nicht österreichischer Staatsbürger*innenschaft: Diejenigen, die nämlich dem nationalen Standort Österreich angehören dürfen, weil sie „nützlich“ sind, können sich „glücklich“ schätzen. Andere hingegen, diejenigen die eben „nicht nützlich“ sind, müssen raus oder dürfen gar nicht erst rein.

Heimat bleibt jedes Jahr gleich beschissen…
… oder wird manches Jahr noch beschissener. Aber warum eigentlich? Weil wir den Großteil unseres Lebens dazu verschwenden müssen unsere Arbeitskraft zu Markte zu tragen, andere Menschen als Konkurrent*innen auszustechen und sinnlos für einen anonymen Markt zu produzieren, anstatt für die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Aber neben Konkurrenz- und Leistungswahn müssen die Individuen mit ihren eigentlichen Konkurrent*innen auch noch eine harmonische Gemeinschaft bilden – sind sie doch eine Nation. Dies zeigt wie widersprüchlich die kapitalistische Welt eingerichtet ist: Zum einen Konkurrenz gegen alles und jede*n, zum anderen eine harmonische, nationale Idylle. Die Nation oder die Heimat ist allerdings nur ein schlechter Trost. Diese bietet für die von Abstiegs- und Existenzängsten geplagten Individuen den Schein, dass die Widersprüche im bestehenden aufgelöst werden können. Die idyllische Vorstellung von Heimat, von Wärme und Verwurzelung, ist nichts anderes als eine Projektion der im Konkurrenzkampf vereinzelten Individuen: Eine vorgestellte widerspruchsfreie Gemeinschaft. Da die Widersprüche im Bestehenden aber nicht aufgehoben werden können, müssen sie notwendigerweise nach außen projiziert werden. Wer also von Heimat und Nation spricht, darf im Umkehrschluss von Ausgrenzung, Herrschaft und Ressentiments gegenüber den vermeintlich „Anderen“ wie z.B. Migrant*innen, Homosexuelle, Frauen, Jüdinnen und Juden wie auch Roma und Sinti nicht schweigen.
Im Fall der Burschis ist das vorgestellte Kollektiv deutschnational. Das bedeutet, ihre Identifikation gilt dem gesamten „deutschen Sprach- und Kulturraum“. Ihr Nationalismus ist also der Form nach ein anderer als der der Rot-Weiß-Rot-Fans. Beiden Nationalismen gemeinsam ist aber, dass sie identitätsstiftend sind, also eine Idee von Heimat und Zugehörigkeit vermitteln und somit alle, die nicht zur vorgestellten Nation gehören, prinzipiell ausgeschlossen werden. Trennend sind sie nur im Grade der nationalen Exklusion der vermeintlich „Anderen“.

Wir wollen daher etwas Besseres als die Nation. Wir wollen die bestehenden Verhältnisse niederreißen in denen der Mensch ein geknechtetes, erniedrigtes und verächtliches Wesen ist. Wir wollen mit Krisen, Armut und Elend endgültig Schluss machen! Dies ist aber nur jenseits von Staat, Nation und Kapital zu haben. Daher lautet unsere Losung: Für die befreite Gesellschaft!

Nie wieder Heimat, Volk und Vaterland!
Gegen jeden (Deutsch-)Nationalismus, gegen Österreich und seine Fans!

Die autonome antifa [w] ist Teil des antinationalen Bündnis [Wien].

http://antifaw.blogsport.de/2011/01/04/jedes-jahr-dieselbe-scheiss