BÜCHER

Hier findet ihr eine Auswahl an Rezensionen von Büchern

Die Hölle auf Erden - Bürokratie, Zwangsarbeit und Business in China

autor: 
Charles Reeve / Xi-Xuanwou
text: 

In Niederlassungen westlicher Konzerne in China werden Millionen von Textilien, Schuhen, Spielzeugen, Haushaltsgeräten etc. für den Export in den Westen produziert – unter menschenunwürdigen Bedingungen. Die konzentrierte Fabrik im China von heute umfaßt die Produktionsstätte, das Lager und die von bewaffneten Wärtern bewachte Unterkunft der Arbeiter. Die Arbeitszeit beträgt oft mehr als 100 Stunden pro Woche. Versuche, einen Streik zu organisieren oder Forderungen nach humaneren Arbeitsbedingungen vorzubringen, werden sofort brutal niedergeschlagen.
Die Autoren sind zwei Jahre lang durch China gereist. Ihr Bericht grenzt sich von denen ab, die eine »Politik der Öffnung« befürworten.

Die Illusion von 1917 - die alte Arbeiterbewegung als Entwicklungshelferin der modernen Demokratie

autor: 
Peter Klein
text: 

Der Versuch einer "revolutionären Überwindung Lenins": "Der Marxismus und der Leninismus sind die Leichen im Keller des zeitgenössischen linken Bewusstseins. Sie wollen ordnungsgemäss bestattet sein, damit die Kritik sich dem Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Beschaffenheit zuwenden kann, nicht in derjenigen von vor 70 Jahren"

Die Karibik - zwischen Souveränität und Abhängigkeit

autor: 
Rieger Gerhard (Hrsg.)
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Analysen und Berichte zu Jamaika, Kuba, Haiti, St. Lucia, Guadeloupe-Martinique und der Dominikanischen Republik

Die libertäre Revolution - Die Anarchisten im spanischen Bürgerkrieg

autor: 
Heleno Saña
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Die spanische Revolution war mehr als ein »kurzer Sommer der Anarchie«. Sie währte wie der Krieg selbst nahezu drei Jahre. Der enthusiastische Kampf der spanischen Arbeiter und Bauern ging unmittelbar daran, eine selbstverwaltete Gesellschaft zu schaffen. Dabei wurden sie von allen Mächten der alten Welt bedroht und verraten, ob diese nun in London, Berlin, Moskau, Paris oder Rom residierten. Alle Regierungen zogen demoralisierte Untertanen vor, keine war gewillt, eine selbstbewußte, nicht kontrollierbare Bewegung der arbeitenden Menschen hinzunehmen.
Heleno Saña schildert diese soziale Revolution als einen bedeutenden Versuch, der Welt ein neues menschliches Gesicht zu geben, während in Europa die Zeit der Lager, des Staatsterrors und der wirtschaftlichen Verelendung begonnen hatte. Leidenschaftlich und engagiert wendet sich Saña gegen die entstellenden Legenden, die die sozialrevolutionäre Alternative vergessen machen wollen. Insbesondere setzt er sich mit der Kommunistischen Partei auseinander, die den Befehlen der stalinistischen Bürokratie folgte und zugunsten des »russischen Modells« eine verhängnsivolle Rolle spielte. Obgleich der Autor keinen Hehl aus seiner libertären Haltung macht, bilanziert er auch die Fehler der Anarchisten und analysiert ihre Schwächen.
»Dieses Buch«, schreibt der Autor, »befaßt sich mit der Vergangenheit, ist aber alles andere als tote Archäologie oder bloße Nostalgie nach der verlorenen Zeit. Denn es setzt sich mit einer langen Reihe von Themen, Werten und Problemen auseinander, die auch im Mittelpunkt unserer Gegenwart stehen.«

Die moderene Schule

autor: 
Francisco Ferrer
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Neue herausgeben und mit einem Beitrag zum Kontext und zur Rezeption der libertären Reformpädagogik Francisco Ferrers von Ulrich Klemm
Der Spanier Francisco Ferrer (1859-1909) gilt als wichtigster libertärer Reformpädagogen des 20. Jahrhunderts, der pädagogische Impulse aus dem Anarchismus aufgriff und in einem Konzept der “Rationalistischen Lehrmethode” zusammenfasste. Sein tragischer Tod - er wurde 1909 durch ein spansiches Militärgericht zum Tode verurteilt und erschossen - führte einerseits zu weltweiten Protesten gegen diese spanische Terror-Justiz und förderte anderseits eine sich rasch ausbreitende internationale pädagogische Ferrer-Bewegung. Ferrers Text, “Die Moderne Schule” der als der klassische Text der anarchistischen Pädagogik gilt, erschien erstmals 1923 in einer deutscher Übersetzung und setzt sich aus verschiedenen Beiträgen zusammen, die nach seinem Tod als Buch veröffentlicht wurden. Die Neuausgabe wird mit einem umfangreichen Kommentar zur Rezeption und zum Kontext der libertären Reformpädagogik Ferrers von Ulrich Klemm ergänzt.

Die neoliberale Illusion - Über die Stagnation deber die Stagnation der entwickelten Gesellschaften

autor: 
Todd, Emmanuel
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In seinem Buch „Die neoliberale Illusion“[3] beschreibt Todd die möglichen Gefahren einer europäischen Gesellschaft, die sich zu einer Oligarchie oder Plutokratie der transnationalen Konzerne und der Vermögensoberschicht entwickeln könnten. Bei fortschreitendem, unbegrenztem Freihandel und neoliberaler Wirtschaftspolitik könnte sich ein verhärteter Kampf zwischen Finanzelite und verarmter Restbevölkerung in größerem Maße einstellen.
Emmanuel Todd vertritt in seinem Buch die These, dass „das Wirtschaftssystem […] keineswegs Motor der Geschichte oder deren primäre Ursache“ sei, sondern „Es ist selbst nur eine Folge der Kräfte und Bewegungen, die auf tieferen Ebenen der gesellschaftlichen und geistigen Strukturen wirken“. Laut Emmanuel Todd müsse man jedoch auch die kulturellen, wirtschaftlichen und anthropologischen Ebenen mit einbeziehen und untersuchen, um die Krise der industrialisierten Welt genauer analysieren zu können.

Die Pariser Kommune - Geschehnisse - Einfluß - Lehren

autor: 
Pjotr L. Lawrow
text: 

Die Pariser Kommune von 1871 gilt bis heute allen Linken als der erste »gelungene« Ansatz einer Revolution des europäischen Proletariats. Von Bakunin, Kropotkin über Marx bis Kautzky, Lenin, Trotzki … haben sich alle Sozialisten auf dieses kurze Ereignis in Paris bezogen. Die Niederlage der Commune hat aber auch alle zu einem kritischen Verhältnis gezwungen, um aus ihren Fehlern zu lernen. Eine der besten Kritiken stammt hierbei von Pjotr L. Lawrow – einem Teilnehmer der Kommune –, die er 1879 als Vortrag für eine Gruppe russischer Exil-Revolutionäre in Paris entworfen hatte. In kritischer Solidarität zu dem Gesamtprojekt beschreibt er nicht nur die Vorgeschichte und die Ereignisse, sondern versucht den Einfluss der verschiedenen politisch linken und demokratischen Strömungen zu charakterisieren, kritisiert die teilweise Planlosigkeit, falsche Bündnispolitik und auch den fehlenden unbedingten Willen, die Macht in der Stadt zu erhalten. Lawrow fordert, aus der Niederlage zu lernen, künftig Fehler zu vermeiden, um so den unbestreitbar großen Einfluß, den die 72 Tage der Pariser Kommune auf die verschiedenen sozialistischen Strömungen jener Jahre hatte, noch nachträglich in einen Sieg des internationalen Proletariats zu verwandeln.

Die politische Ökonomie der Menschenrechte

autor: 
Noam Chomsky
text: 

Aufsätze und Interviews von und mit Noam Chomsky, dem "einflussreichsten Intellektuellen der westlichen Welt".
Chomsky, einer der bekanntesten Kritiker von Neoliberalismus und Globalisierung, setzt sich gewohnt profunde mit der US-Politik, den Medien und den Menschenrechten auseinander. Dazu liefert er eine Fülle von Informationen, die auf anderem Wege kaum jemals die Öffentlichkeit erreichen würden. Ausgwählt wurden die Aufsätze: »Die USA und die Relativität der Menschenrechte«; »Schurkenstaaten«; »Der Kampf um größere Bewegungsfreiheit im Käfig«; »Warum Mainstreammedien "Mainstream" sind« und »Wessen Weltordnung: Zweierlei Visionen« aus dem Z-Magazin und Black&Red Revolution. Dazu das Interview »Anarchismus, Marxismus und Hoffnungen für die Zukunft«.

Die Schnapsstadt

autor: 
Mo Yan
text: 

Gerüchte besagen, dass in einer entlegenen Provinz Chinas dekadente Parteikader, die nach der Wirtschaftswende zu Reichtum gekommen sind, kleine Kinder nach allen Regeln der Kochkunst zubereiten lassen. Sonderermittler Ding Gou'er wird in die "Schnapsstadt" entsandt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Doch kaum hat Ding den Fall aufgegriffen, sieht er sich konfrontiert mit einer wahnhaften Welt, die von Aberglaube und Korruption, von Anmaßung und Gier beherrscht wird.

Die sechzehn Erschossenen - Unbekannte Aufsätze II

autor: 
Victor Serge
text: 

Seit 10 Jahren habe ich viel Traurigkeit gesehen und erlebt; ich habe gesehen, wie die Oktoberkämpfer unter der Gewalt und Repression schwach wurden, wie sie ihre Hellsichtigkeit in der Unterdrückung verloren, wie sie sich zu Widerrufen hergaben, um dahinzuvegetieren. Ich habe gesehen, wie junge Kommunisten in der UDSSR erschossen wurden; ich habe gesehen, wie die große Partei Lenins zu dem wurde, was sie heute ist - ein mächtiger Regierungsapparat, gegründet auf Privilegien und passivem Gehorsam.

Die Sonne scheint nicht für uns - Schwarze Trilogie 2

autor: 
Léo Malet
text: 

Für schwarzen Humor und bitteren Sarkasmus gibt es nicht nur die amerikanische Tradition. Malet hat mit der »Schwarzen Trilogie« seine Meisterschaft bewiesen. Schauplätze dieses Romans über das »Paris von unten« sind die Spelunken, Quais und Elendsquartiere, deren hoffnungslose Not Malet ohne romantische Verklärung beschreibt. Das Glück existiert hier für die Herumtreiber nur als trügerische Hoffnung, auch wenn es Gina heißt und ein Entkommen aus dem Elend verspricht. Aber Gina wird an einen Araber verhökert und das Unglück nimmt seinen Lauf. Nach einem Mord ihres eifersüchtigen Geliebten stirbt Gina auf der Flucht. Andrès bestattet sie nach Indianerart auf einem Baum »zwischen zwei dicken Ästen, durch die die aufgehende Sonne sie bescheinen kann«.
Malets Sprache ist kühl und distanziert, surrealistische Elemente und bissige Dialoge machen ihre prägnante Mischung aus. Eindringlich schildert er die Düsterkeit der sozialen Situation, in der die Sonne nur für die Reichen scheint, nie aber in die finsteren Winkel vordringt. Malet, der selber jahrelang ohne festen Wohnsitz war und dafür im Gefängnis saß, kannte das Milieu der Verlierer aus eigener Anschauung.

Die Sprache des Hasses

autor: 
Friedrich Paul Heller, Anton Maegerle
text: 

Die Journalisten Friedrich Paul Heller und Anton Maegerle entschlüsseln den Wortschatz der «Sprache des Hasses», eine Symbolsprache brauner Esoteriker, rechtsextremer Parteien, militanter Neonazis etc., und übersetzen die Botschaften ihrer unheimlichen Meister: Jan van Helsing, Erfolgsautor und bekanntester brauner Esoteriker der Gegenwart, sowie Horst Mahler, der eine philosophisch-theologische «Endlösung der Judenfrage» propagiert.
Die Autoren zeichnen einen «Kampf der Symbole» nach, dessen Wirkung weit größer ist, als es die Anzahl der Organisierten vermuten läßt, und beleuchten Motive und Strategien einer Bewegung, die dabei ist, der Gesellschaft den Krieg zu erklären.

Die Transformation der Demokratie und verwandte Schriften

autor: 
Johannes Agnoli
text: 

Die "Transformation der Demokratie", Johannes Agnolis erstes Hauptwerk, das er 1967 zusammen mit Peter Brückner im Voltaire Verlag vorlegte, war die einflussreichste und nachhaltigste Staats- und Parlamentarismuskritik für die außerparlamentarische Opposition. Agnoli beschreibt darin den Prozess der Involution demokratischer Staaten, Institutionen und Parteien in antidemokratische Formen, eine Rückbildung der bürgerlichen Demokratie zu mehr Herrschaft, Unterwerfung und Kapitalabhängigkeit des Staats, die Entwicklung zu einem autoritären Staat. Die liberale repräsentative Demokratie ist für Agnoli allenfalls liberal im Sinne der Befreiung kapitalistischer Interessen, sie war nie demokratisch im Sinne der Beteiligung aller oder auch nur ihrer angemessenen und verlässlichen Repräsentation. Agnolis Analyse des Staats, der den "objektiven Zwangscharakter der Reproduktion" garantiert, und das überzeugende Ergebnis seiner Studie haben auch heute noch nichts an Aktualität verloren

Die Unsichtbaren

autor: 
Nanni Balestrini
text: 

Im Zentrum dieses großen Romans über die italienische Autonomia steht die »Generation von 1977«, die das Land in ein riesiges Laboratorium neuer Lebensentwürfe verwandelte. Es ist eine Zeit nicht enden wollender Massendemonstrationen, der Hausbesetzungen, linken Kulturzentren und freien Radios. Mit beispielloser Kreativität und Radikalität fordert eine Bewegung von Jugendlichen die herrschende Kultur und das Bürgertum heraus und artikuliert ihre Ablehnung in Fabriken, Schulen und Stadtvierteln lustvoll und zugleich militant.
Die Antwort des Staates ist massive Repression. Hunderte von Militanten verschwinden hinter Knastmauern oder werden ins Exil getrieben.
Nanni Balestrini, der selbst auf Skiern über die Alpen fliehen musste, weil gegen ihn ein Haftbefehl wegen Zugehörigkeit zu einer subversiven Vereinigung vorlag, hat die Stimmen und Stimmungen dieser Zeit in beeindruckender Weise eingefangen und den ProtagonistInnen der Bewegung ein poetisches Denkmal gesetzt.
Sein Roman gehört zu den seltenen Fällen, in denen literarische Avantgarde und entschiedenes politisches Engagement eine geglückte Verbindung eingehen. »Die Methoden seiner Prosa sind so experimentell wie die sozialen Massenbewegungen und die individuellen Lebenswege, von denen sie handelt« (Peter Chotjewitz).

Die verlorene Zukunft der Arbeiter - Die Peugeot-Werke von Sochaux-Montbeliard

autor: 
Stephane Beaud, Michel Pialoux
text: 

Die Arbeiterklasse, wie sie sich im 19. Jahrhundert ausbildete, gibt es nicht mehr. Sie verschwand aus dem öffentlichen Bewusstsein, und das obwohl Arbeiter nach wie vor nicht nur in Frankreich die größte soziale Gruppe bilden. Statt gemeinsam organisierter Arbeiter scheint es heute isolierte Individuen zu geben, die ständig steigenden Arbeitsanforderungen ausgesetzt sind, es aber aufgegeben haben, ihre Interessen öffentlich und selbstbewusst zu vertreten. Stephane Beaud und Michel Pialoux verstehen diese Veränderung nicht als Ergebnis veränderter Produktions-, Wirtschafts- und Arbeitsverhältnisse, sondern als Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Veränderung. Wie es zu diesen Veränderungen der letzten 20 Jahren kam, untersuchen Beaud und Pialoux anhand der größten Produktionsstätte Frankreichs, dem Peugeot-Werk in Sochaux-Montbeliard und seinem Umfeld.