BÜCHER

Hier findet ihr eine Auswahl an Rezensionen von Büchern

Woher der Wind weht - Eine Geschichte des Weather Underground

autor: 
Ron Jacobs
text: 

»An einem Punkt wo andere umgekehrt wären, beginnt die Geschichte der linksradikalen, bewaffneten Untergrundorganisation der Weathermen. Schon mit der Wahl ihres Namens verwiesen die Weatherman auf eine Zeile aus Bob Dylans Subterranean Homesick Blues: "You don´t need a weathermen to know which way the wind blows." Und die Windstärke stand auf Sturm, genauer gesagt auf Revolution.« (taz)


Yo Marcos - Gespräche über die zapatistische Bewegung

autor: 
Marta Durán de Huerta
text: 

Seit 1994 herrscht in Chiapas, Mexiko, Kriegszustand. Die Zapatisten hatten sich bewaffnet erhoben, um ihrer Forderung nach Würde, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit Nachdruck zu verleihen. In diesem Buch gibt Marcos Antwort auf die Fragen, die immer wieder gestellt werden. »Wer sind eigentlich diese Zapatisten« wird hier kurz und prägnant beantwortet.
Die Zapatisten haben nach einem jahrelangen Kriegszustand in Chiapas im Frühjahr 2001 den lakandonischen Urwald verlassen und sind nach Mexiko-Stadt gezogen, um dem Parlament ihre Forderungen nach indigener Gleichberechtigung persönlich vorzutragen. Hunderttausende haben ihren Weg gesäumt und sie auf dem Hauptplatz, dem berühmten Zoccalo, erwartet. Subcomandante Insurgente Marcos, der Mann mit der Wollmaske, der gewählte Sprecher der Zapatisten, hat in Interviews, Ansprachen, Zeitungsartikeln und Erklärungen die Anliegen der indianischen Einwohner Mexikos und ganz Amerikas immer wieder neu formuliert. Er hat dafür einen so nie gelesenen und gehörten Stil der Politik entwickelt. Er spricht und schreibt mit Humor, Sarkasmus und Selbstironie Eigenschaften, die bei Politikern und Theorieverfassern absoluten Seltenheitswert haben ... In Lateinamerika hat der »Sub« bereits den Mythos eines Che Guevara.

Zeitgenössisches Potpourri

autor: 
Editionskollektiv Mezzanin
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Zwangsfreiheiten. Zwangsfreiheiten Multikulturalität und Feminismus

autor: 
Sauer, Birgit/Strasser, Sabine (Hg.)
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Zwangsehe, Ehrenmord, Genitalbeschneidung, Importbräute, Frauenhandel oder Kopftuchzwang sind zentrale Begriffe in emotionalen und kontroversiellen Debatten um Geschlechteregalität in multikulturellen Gesellschaften. Einige Feministinnen warnen vor den negativen Auswirkungen des Multikulturalismus auf Frauen und Mädchen, wenn Kultur zur Legitimierung von Gewalt oder Unterordnung von Frauen herangezogen wird. Mit diesen Themen befasste Nichtregierungsorganisationen (NGOs) kritisieren, dass Frauen und Mädchen im Namen der Kultur im Stich gelassen werden und durch fehlende Interventionen familiärer oder kulturell legitimierter Gewalt ausgeliefert sind.

Zwischen Schreibtisch und Straßenschlacht? Anarchismus und libertäre Presse in Ost- und Westdeutschland

autor: 
Drücke, Bernd
text: 

Die seit 1968 in der Bundesrepublik und von 1986 bis zur Auflösung am 3. Oktober 1990 in der DDR herausgebrachten neolibertären Zeitschriften haben mehr zu den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Umbrüchen in der Bundesrepublik und der DDR beigetragen, als das heute der Allgemeinheit bekannt ist bzw. von ihr wahrgenommen wird", so eine von dem Soziologen Bernd Drücke belegte These. Jahrelang hat er die Entwicklung von 21 libertären DDR-Untergrundblättern und 475 libertären Zeitschriften aus der Bundesrepublik nachgezeichnet und analysiert, um so die Geschichte der neuen anarchistischen Bewegungen und ihrer "schwarz-roten Sternschnuppen" zugänglich zu machen und für die Nachwelt zu erhalten.

Zählappell. Als Arzt im Konzentrationslager

autor: 
Ladislaus Szücs
text: 

Im 82. Lebensjahr, 1991, begann Ladislaus Szücs, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Siebenbürgen, seine Erlebnisse in deutschen Konzentrationslagern niederzuschreiben; im November 1993 schloß er das Manuskript ab. Der Autor unterzog sich in hohem Alter dieser quälenden Aufgabe vornehmlich aus zwei Motiven: um sich von der Last der Erinnerung zu befreien und um die Geschichte der Unschuldigen und Schuldigen nicht mit ins Grab zu nehmen.
Sein Buch wurde zum Requiem vieler Schicksale, jüdischer und nichtjüdischer. Was es aber über das rein Dokumentarische erhebt, ist der Ausdruck genuinen Erzähltalents, das lakonisch, stets mit erzählerischer Eigenart und mit einem noch im Grauen nicht versiegenden Humor die am eigenen Leib erlebte Zeitgeschichte vergegenwärtigt. Das Buch ist groß als Darstellung der inneren Geschichte, der Seelenzustände. Und es lehrt uns, »wie man überlebt, ohne schuldig zu werden und seine Seele zu verlieren«.
Der Herausgeber, Dr. Ernst-Jürgen Dreyer, hat den Erzähler, dessen Schulsprache das Ungarische ist, zur Niederschrift auf Deutsch ermuntert und das Manuskript schonend von sprachlichen Unsicherheiten befreit. Der Erzählduktus, die zuweilen altväterische Patina und der siebenbürgische Spracheinschlag blieben unangetastet.